1. Qualitätskontrolle in der Produktion
Kameras prüfen Bauteile auf Kratzer, Risse, fehlende Bohrungen oder Oberflächenfehler. Ein Modell markiert Auffälligkeiten; ein Prüfprozess entscheidet über Freigabe, Nacharbeit oder Ausschuss. Entscheidend sind die Fehlerkosten, die zulässige Übersehquote und repräsentative Aufnahmen von Gut- und Schlechtteilen. Mehr zu industrielle Bildverarbeitung in der Fertigung und ihren technischen Anforderungen.
2. Vollständigkeitsprüfung in der Montage
Bei der Montage erkennt ein System, ob Schrauben, Steckverbinder, Etiketten oder Komponenten fehlen oder falsch positioniert sind. Eine feste Kameraposition und kontrollierte Beleuchtung können den Aufwand deutlich vereinfachen. Die Ergebnisse lassen sich als Prüfschritt dokumentieren und einem Auftrag zuordnen.
3. Roboterführung und Pick-and-Place
Objekterkennung und gegebenenfalls 3D-Kameras liefern Position, Orientierung und Greifpunkte von Bauteilen. Der Roboter erhält keine bloße Bildklassifikation, sondern Koordinaten im richtigen Bezugssystem. Kalibrierung, Latenz und Fehlgriffe bestimmen die Umsetzbarkeit.
4. Visuelle Zustandsüberwachung
Korrosion, Leckagen oder mechanische Veränderungen können visuell erkannt und mit Inspektionsdaten verknüpft werden. Die Bildanalyse ist dabei zunächst Zustandsüberwachung – für belastbare Predictive-Maintenance-Prognosen braucht es zusätzlich Ausfallhistorie, Zeitbezug und oft Sensordaten.
5. Behälter-, Paletten- und Paketprüfung
In der Logistik lassen sich Packstücke zählen, Beladungszustände prüfen und Beschädigungen vor dem Versand markieren. Die Auslösung einer Nachkontrolle kann direkt an Lagerverwaltung oder Fördertechnik angebunden werden.
6. Bestands- und Regalprüfung
Im Handel können Kamerabilder fehlende Ware, falsch platzierte Produkte oder leere Regalflächen sichtbar machen. Erkennung allein ersetzt kein Warenwirtschaftssystem: Bestandskorrekturen benötigen Artikelzuordnung, Zeitstempel und Regeln für widersprüchliche Messungen.
7. Fahrzeug- und Bauteilinspektion
Im Automotive-Umfeld kommen visuelle Prüfungen von Oberflächen, Befestigungen und Montagezuständen infrage. Bei variierenden Modellen und Reflexionen ist eine getrennte Validierung nach Produktvariante erforderlich.
8. Dokumente, Etiketten und Seriennummern erfassen
OCR extrahiert Schrift aus Bildern, während nachgelagerte Regeln Artikelnummern, Chargen oder Dokumenttypen prüfen. Bei beschädigten Labels müssen unsichere Ergebnisse sichtbar bleiben und manuell korrigierbar sein. Die Integration in ERP- und Fachsysteme ist häufig anspruchsvoller als die Texterkennung selbst.
9. Sicherheitsrelevante Bereichsüberwachung
Eine Kamera kann Belegungen oder Zutritte in definierte Zonen erkennen. Personenerkennung ist allerdings keine zertifizierte Sicherheitsfunktion und darf technische Schutzsysteme nicht einfach ersetzen. Datenschutz, Fehlalarme und Zweckbindung müssen früh geklärt werden.
10. Labor- und pharmazeutische Sichtprüfung
Mögliche Aufgaben sind die Zählung von Proben, die Überprüfung von Verpackungen oder die Erkennung sichtbarer Abweichungen. Im Bereich Pharma sind Validierung, Rückverfolgbarkeit und geregelte Freigabeprozesse zentrale Anforderungen.
11. Unterstützung medizinischer Bild- und Prozessanalyse
Im Gesundheitswesen kann Computer Vision beispielsweise Zähl- und Dokumentationsaufgaben unterstützen. Diagnostische Anwendungen benötigen gesonderte klinische Validierung, regulatorische Prüfung und fachliche Verantwortung; ein allgemein trainiertes Modell genügt dafür nicht.
12. Inspektion technischer Infrastruktur
Drohnen- und Kamerabilder können erkennbare Schäden oder Abweichungen an Anlagen strukturieren. Für die Luftfahrt oder andere sicherheitskritische Bereiche sind nachvollziehbare Prüfgrenzen, geeignete Daten und menschliche Freigabe besonders wichtig.